Lernen in Grundstufe I
Uns ist es wichtig, dass jedes Kind die Zeit bekommt, die es für sein Lernen braucht, und dort weiterarbeiten kann, wo es gerade steht.
In Klasse 1 lernen Kinder der 1. und 2. Schulstufe (Grundstufe 1) gemeinsam. Neben dem individuellen Lernen legen wir auch besonderen Wert auf gemeinsame Lernphasen. Die Lernumgebung wird dabei bewusst in das Lernkonzept einbezogen.
Klassenraum
Der Klassenraum wird bewusst als Teil des Lernkonzepts genutzt. Die Kinder haben keinen dauerhaft fixen Sitzplatz. Je nach Tag wird der Platz ausgelost oder von den Kindern selbst gewählt.
Die persönlichen Arbeitsmaterialien werden in eigenen Schubladen im Regal aufbewahrt. Diese können die Kinder zu ihrem jeweiligen Arbeitsplatz mitnehmen.
Der Sitzplatz, der den Kindern am Anfang des Tages zugeteilt wird, ist ihr „Stammplatz“. Im Klassenraum und im Schulhaus stehen jedoch weitere Lernplätze zur Verfügung. Diese dürfen die Kinder nach Bedarf und in Absprache mit der Lehrperson auswählen - vorausgesetzt, sie können dort selbstständig und konzentriert arbeiten. Dazu gehören die Sitzbank am Fenster, Plätze im Mathe-Raum, Bänke im Sitzkreis, Teppiche oder Arbeitsplätze mit einem Tablett. Für konzentriertes Arbeiten können die Kinder außerdem Lernbüros, Trennwände und Kopfhörer nutzen.
Der Sitzkreis im Klassenraum dient unter anderem für Lernimpulse, für die Abhaltung des Klassenrats und als gemeinsamer Treffpunkt am Morgen. Sobald alle Kinder da sind, starten wir dort gemeinsam in den Schultag.
Ein Beratungstisch mitten im Klassenraum bietet Platz für Gespräche und gemeinsames Arbeiten mit der Lehrperson. Auch für Partner- oder Gruppenarbeiten kann dieser genutzt werden.
Gemeinsame Impulse und individuelles Lernen
Neue Lerninhalte, aufgetauchte Fragen oder Schwierigkeiten werden häufig in einem kurzen, von der Lehrperson angeleiteten Lernimpuls aufgegriffen. Dieser kann mit der ganzen Klasse, nur mit einer Schulstufe, mit einer bestimmten Lerngruppe oder auch mit einzelnen Kindern stattfinden.
In den anschließenden individuellen Übungsphasen arbeiten die Kinder an passenden Aufgaben weiter. Dabei können sie Inhalte aus den Lernimpulsen vertiefen oder Übungen bearbeiten, die ihrem aktuellen Lernstand entsprechen.
So wechseln sich bewusst gemeinsame und individuelle Lernphasen ab. Die Kinder können dabei entsprechend ihrem Lernstand weiterarbeiten und bekommen die Zeit, die sie für ihre nächsten Lernschritte brauchen.
Lerntagebuch
Im Lerntagebuch werden die Lernziele und Aufgaben der Woche festgehalten. Gleichzeitig lernen die Kinder, auf ihr eigenes Lernen und ihren Schulalltag zurückzublicken.
Dabei beschäftigen sie sich zum Beispiel mit Fragen wie:
Was habe ich gelernt oder geübt?
Was fällt mir noch schwer?
Was hat mir besonders gefallen?
Was war für mich nicht so schön?
Das Lerntagebuch ist zugleich ein wichtiges Kommunikationsmittel zwischen Schule und Elternhaus. Am Ende der Woche nehmen die Kinder es mit nach Hause. Dort wird gemeinsam besprochen, woran in der Woche gearbeitet wurde, was gut gelungen ist und wo es noch Fragen oder Unterstützungsbedarf gibt.
So unterstützt das Lerntagebuch die Kinder dabei, ihr eigenes Lernen bewusster wahrzunehmen und Verantwortung dafür zu übernehmen.